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6.1.2017 : 16:22 : +0100

Tutmirgut

Zweiter Erfahrungsaustausch der Tutmirgut-Schulen



In mehreren Arbeitsgruppen tauschten sich die Lehrkräfte aus.

Der Erfahrungsaustausch spiele eine wichtige und unverzichtbare Rolle in der Umsetzung und Weiterentwicklung von "Tutmirgut", so die Überzeugung des kivi-Vorsitzenden Hermann Allroggen. Mit herzlichen Worten begrüßte er Vertreter aus fünfzehn Tutmirgut-Schulen des Rhein-Sieg-Kreises, die zum zweiten Tutmirgut-Qualititäszirkel am 4. November 2014 im Siegburger Kreishaus erschienen waren.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen dieses Mal die Qualitätsstandards. Man wolle ein klares Votum aus der Praxis haben, begründete dies der fachliche Leiter Karsten Heusinger. In fünf Arbeitsgruppen setzten sich die Lehrkräfte also mit den Standards auseinander. Diskutiert wurde hier etwa, ob die Ziele angemessen formuliert und umsetzbar seien.

Besondere Brisanz wurde der Diskussion zuteil, weil derzeit noch unklar ist, wie es mit "Tutmirgut" innerhalb der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weitergeht. Sicher sei schon jetzt, erklärte Hermann Allroggen, dass kivi auf finanzielle Unterstützung verzichten müsse. Das erfolgreiche Projekt aufzugeben, komme für ihn aber nicht infrage. Gesundheitsarbeit fruchtet schließlich erst in der langen Frist. Mithilfe lokaler Partner sollen beide Aktionen weiterhin gestemmt und weiterentwickelt werden.

Zahlreiche gute Gründe dafür dürfte Allroggen auch beim Erfahrungsaustausch gehört haben. Gemeinsam ließen die Teilnehmer nämlich kurz Revue passieren, was "Unterwegs nach Tutmirgut" in ihrer Schule verändert hat. Da fiel ihnen nicht wenig ein: Mehr Bewegung und Entspannung im Schulalltag etwa, besondere Aktionstage, sogar die Schulhofgestaltung. Einig war man sich allerdings auch darin, dass gerade die Einbeziehung der Eltern Schwierigkeiten bereite. Heusinger verwies auf eine Tagung zu genau diesem Thema im KITA-Vital-Programm. Auch Lehrkräfte seien hier gern gesehen.

Zur Zeit nehmen 43 Schulen an "Unterwegs nach Tutmirgut" teil. Bislang haben sich alle nach Ablauf des ersten Zertifikats entschlossen, sich auch erneut dem Audit zu stellen. "Tutmirgut bleibt präsent in den Schulen", fasste kivi-Referentin Petra Vajler-Schulze, die die Schulen über die Jahre begleitete, ihre Erfahrungen zusammen. Es sei deutlich geworden, dass die Schulen es im Rahmen der Aktion schaffen, nachhaltig die Gesundheitsstrukturen zu verbessern.

DFB-Fortbildung - Tutmirgut-Schulen des Kreises dabei



Mit Zertifikat und Siegerlächeln: Die Lehrkräfte haben die Fortbildung hinter sich. Den neuen Ball können sie nun schon bald benutzen.

Im Juni und Juli schickte der Deutsche Fußballbund (DFB) seine Teamer in viele Tutmirgut-Schulen des Rhein-Sieg-Kreises und bot dort vor Ort eine kostenlose Fortbildung an. Unter anderem besuchten die Teamer Schulen in Troisdorf, Siegburg, Meckenheim oder Windeck. Der DFB weiß um die Attraktivität seines Sportes und versucht deswegen, ihn auch an den Schulen stärker zu etablieren.

Fußball ist Deutschlands unumfochtene Sportart Nummer eins und hat allein schon deswegen ein enormes Potential, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen Sport näherzubringen und sie für einen bewegungsintensiven Lebensstil zu begeistern. Innerhalb der zwei Stunden der Fortbildung offenbarten die DFB-Teamer den Teilnehmern also die Chancen, die Fußball bietet: Die Sportart fordere Motorik und Teamgeist heraus, stähle die Ausdauer und verlange, dass die Kinder lernen, mit Sieg oder Niederlage umzugehen und sich an die wenigen Regeln zu halten. Gleichzeitig sei sie aber auch mit wenigen Mitteln an jeder Schule durchführbar.

Um dies zu beweisen, zeigten die Teamer den Lehrkräften gleich mehrere Übungen und legten ihnen nahe, wie sie die Sportart im Unterricht angehen können. Jeder Teilnehmer bekam Unterlagen mit vielen Anwendungsbeispielen und einen Fußball geschenkt. Ein Zertifikat gab es natürlich auch.

In der großen Popularität des Sportes und in der gut ausgebauten Vereinsstruktur in Deutschland sieht der DFB die Stärke des Fußballs. Er hofft, die Schüler auch außerhalb der Schule für den Ballsport und somit langfristig für eine gesündere Lebensweise motivieren zu können. Denn es gelte, nicht nur die besonders Begabten zu fördern, stellt der DFB in einem offiziellen Schreiben fest, mindestens ebenso wichtig sei es, auch die Bewegungsmuffel zum Sport zu sportlicher Betätigung zu animieren.

Erfahrungsaustausch für Tutmirgut-Schulen



Auf einem Zeitstrahl stellten die Teilnehmer die Entwicklung zum Ganztagsbetrieb in ihrer Schule dar.

Die schon Tutmirgut-zertifizierten Schulen stehen mittlerweile vor vielen neuen Aufgaben. Der von kivi initiierte Workshop "Erfahrungsaustausch für Tutmirgut-Schulen" sollte ihnen dabei helfen. Zehn Schulen aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis trafen sich am 12. März in der Sportschule Hennef, um gemeinsam mit Experten über die vielen Herausforderungen zu sprechen. Im Fokus stand dabei vor allen Dingen die Kombination von "Tutmirgut" mit dem für viele Schulen mittlerweile notwendig gewordenen Ganztag. Mithilfe des Erfahrungsaustauschs sollten auch Konsequenzen für die Aktion außerhalb des Rhein-Sieg-Kreises gezogen werden.

Den größten Teil des Workshops verbrachten die Teilnehmer in Kleingruppen, nur zu Beginn bekamen die Referenten das Wort: Zunächst begrüßte Karsten Heusinger, der fachliche Leiter des Vereins kivi, alle Anwesenden. Eine kleinere Vorstellungsrunde leitete dann Ute Boldt von der BZgA an - auch im weiteren Verlauf des Workshops übernahm sie die Moderation. Projektmanagerin Benita Schulz, verantwortlich für die bundesweite Koordination der Tutmirgut-Aktion, gab dann den ersten fachlichen Input. Sie beschrieb, wie sich der Ganztag im Kreis und in Gesamtdeutschland entwickelt hat, und führte an, dass "Tutmirgut" dabei helfen könne, diese Entwicklung gesundheitsfördernd zu gestalten.

Im Anschluss verdeutlichten die Teilnehmer in Kleingruppen an einem Zeitstrahl, wie die Entwicklung von der klassischen Grundschule zur jetzigen Ganztagsform bei ihnen verlief. Gemeinsam schlussfolgerten die Anwesenden dann, welche Tutmirgut-Elemente sich bewährt haben und welche eher hinderlich waren. Gelobt wurden hier zum Beispiel die Unterstützung durch kivi, die Energietankstellen, Projektwochen oder auch die Teilnahme am EU-Obstprogramm.

In die Kritik geriet vor allem der hohe Dokumentationsdruck im Zuge der Nachzertifizierung. Projektmanagerin Schulz reagierte sofort: Sie versprach, das Anliegen der Schulen der BZgA vorzutragen. Auch kivi-Projektreferentin Petra Vajler-Schulze kündigte Hilfe an. Bei Dokumentationsproblemen werde sie gerne in den Schulen vorbeischauen. Das "Schreckgespenst Nachzertifizierung und Dokumentation" könne damit, so hoffte ein Teilnehmer, deutlich entschärft werden.

Viele weitere Gespräche sorgten dafür, dass die Lehrer und OGS-Mitarbeiter nach viereinhalb Stunden mit jeder Menge Inspiration den Weg nach Hause antreten konnten. "Der Austausch war anregend", äußerte sich eine Teilnehmerin. Sie sei froh, das "Tutmirgut" so gut laufe. Auch die anderen Teilnehmer zeigten sich zufrieden: Der Workshop habe gut getan, sei wertvoll und "befruchtend" gewesen und habe gezeigt, was "Tutmirgut" alles vermag.

Gemeinsam einigte man sich schnell darauf, den Erfahrungsaustausch zu wiederholen, möglichst jedes Jahr. Wunsch der Teilnehmer war es, gezielt Schwerpunktthemen anzugehen, damit der Austausch noch tiefer und intensiver sein könne.

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