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6.1.2017 : 16:22 : +0100

Mitten im Leben (MiL)

Dokumentation - Mitten im Leben (MiL)



Die MiL-Exkursion zum Dorfladen nach Wipperfürth Thier



Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Mitten im Leben vor dem Dorfladen in Thier

Wie funktioniert ein selbst organisierter Dorfladen?

Der Tante-Emma-Laden als Dorfzentrale - in vielen Regionen quer durch Deutschland sind in den letzten Jahren nach verschiedenen Konzepten Dorfläden entstanden. Mit ihrem Sortiment, das oft bewusst an die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden angepasst wird, versorgen sie teilweise als einziger Nahversorger in der näheren Umgebung die Einwohnerinnen und Einwohner von kleinen Dörfern. Dies war der Hintergrund dafür, dass im Rahmen der Initiative "Mitten im Leben" am 19.11.2016 eine Fahrt zum Dorfladen in Thier bei Wipperfürth organisiert wurde. Dieser entstand vor einigen Jahren mit großer Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes im Oberbergischen Kreis und war von Anfang an erfolgreich.

Am konkreten Beispiel konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion, die alle bei "Mitten im Leben" aktiv sind, erfahren, wie der Dorfladen entstanden ist und welche Höhen und Tiefen es bei solch einem Projekt gibt.

Herr Karthaus als Vorstand des Dorfladen Thier e.V., der den Dorfladen in Form einer Genossenschaft gegründet hat, berichtete ausführlich über die Bedingungen, die es braucht, um einen Dorfladen zu betreiben. Dabei betonte er auch die Wichtigkeit der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die das Geschäft neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützen. Ohne diese wäre der Dorfladen nicht dort wo er heute steht, so Karthaus.

MiL engagiert sich derzeit in sechs Orten zusammen mit interessierten Menschen, denen die Zukunft ihres Dorfes ebenfalls am Herzen liegt. Dabei geht es neben Mobilität, Gesundheit und ärztlicher Versorgung noch um viele andere Themen. Eines davon ist das Thema "Nahversorgung" oder die Antwort auf die Frage: "Wie bekomme ich mich mit alltäglichen Dingen und Lebensmitteln versorgt, wenn ich nicht (mehr) selber Auto fahre und im Dorf keine Einkaufsmöglichkeit besteht?"

Tatsache ist, dass in kleinen Orten die Lebensmittelmärkte, Bäckereien etc. in den letzten Jahren immer häufiger aussterben. Dementgegen steht der enorme Anstieg von älteren und hochaltrigen Menschen in den nächsten Jahrzehnten. Während diese im städtischen Quartier mit kurzen Wegen, vielen Anbietern und vielfältigen Angeboten recht gut versorgt sind, sieht es im ländlichen Raum mit weitläufigen (Fahrt-)Wegen und teilweise brüchigen Infrastrukturen oft anders aus.

Die Exkursions-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer von MiL zeigten sich sehr beeindruckt von der Größe und dem umfangreichen Sortiment des Geschäfts sowie den Zusatzangeboten wie das kleine, liebevoll eingerichtete Café, der Lieferdienst mit eigenem PKW und dem Verkauf von frischen Backwaren am Sonntag.

Beim anschließenden Spaziergang mit dem Vorsitzenden der lokalen Dorfgemeinschaft konnte nicht nur der schöne Ort Thier besichtigt, sondern ebenfalls Vieles darüber in Erfahrung gebracht werden, wie eine Dorfgemeinschaft belebt und das Zusammengehörigkeitsgefühl eines Dorfes gefördert werden kann.

Auf der Rückfahrt in den Rhein-Sieg-Kreis wurden unter den engagierten MiL-Ehrenamtlichen direkt Ideen & Vorschläge ausgetauscht und Pläne für weitere Aktionen in den unterschiedlichen Dörfern geschmiedet. Bei Einem waren sich alle Teilnehmenden einig - die Exkursion und der gemeinsam verbrachte Tag war ein voller Erfolg. Die Bedeutung der Vernetzung untereinander und des regelmäßigen Austauschs zwischen den Akteurinnen und Akteuren der einzelnen MiL-Ortschaften soll zukünftig noch mehr verstärkt und vorangetrieben werden. Weitere Angebote folgen, bei denen sich die Teams aus den Orten Dambroich, Bach/Merten, Leuscheid, Schönenberg/Bröleck, Eischeid und Kreuzkapelle/Kranüchel austauschen können.

Die Gesundheitskasse AOK Rheinland/Hamburg - Ein starker Partner von MiL!



Ein Konsens, eine Mission, ein Ziel - in gemeinsamer Sache das Leben im ländlichen Raum des Rhein-Sieg-Kreises lebenswert machen und erhalten. Mit der AOK Rheinland/Hamburg hat die Initiative MiL nun einen weiteren starken Partner gewonnen.

Als Gesundheitskasse fördert und unterstützt die AOK Rheinland/ Hamburg Initiativen wie "Mitten im Leben". In Übereinstimmung mit den Zielen der Initiative MiL erklärt Bernhard Wielpütz, stell-vertretender Regionaldirektor: "Die AOK Rheinland/Hamburg ist die regionale Krankenkasse vor Ort und kümmert sich hier um die Belange ihrer Kunden. Gerade ältere Menschen benötigen Unterstützung, um möglichst lange stelbstständig in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können. MiL ist eine Initiative, die die gleichen Ziele wie die AOK Rheinland/Hamburg verfolgt. Deshalb ist eine Zusammenarbeit sinnvoll und zweckmäßig".

Zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung trafen sich am Mittwoch, den 02.11.2016 v.l.n.r. Wilfried Müller (stv. Vorsitzender kivi e.V.), Bernhard Wielpütz (stv. Regionaldirektor AOK Rheinland/Hamburg) und Hermann Allroggen (Vorsitzender kivi e.V.) im Hause der AOK Bonn.

Mitten im Leben sein und bleiben, Menschen aktivieren und ein soziales Miteinander ermöglichen, die gesundheitliche und pflegerische Versorgung aufrecht erhalten, Vitalität und Lebensfreude fördern - das und vieles mehr steht auf den Fahnen der Kooperationspartner. Die Gesundheit ist hierbei die wichtigste Voraussetzung für Lebensqualität.

Neben den angestrebten nachhaltigen Strukturveränderungen in den sechs Pilotkommunen Windeck, Eitorf, Hennef, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid und Much z.B. in Sachen Mobilität und Nahversorgung, möchte MiL ebenfalls einen Beitrag zur gemeinsamen Freizeitgestaltung, Bewegungsförderung sowie Informations-vermittlung leisten. Passend zu diesen vielfältigen Maßnahmen der Quartiersentwicklung von MiL, bietet die AOK Rheinland/Hamburg bereits jetzt viele Hilfestellungen und Angebote für ältere Menschen an. Mehrfach im Jahr werden Demenzkurse, Sturzprophylaxe-Trainings in Pflegeheimen sowie eine Plattform für Quartiers- und Nachbarschaftshilfe angeboten.

Das gesamte Leistungsspektrum der AOK Rheinland/Hamburg finden Sie unter https://rh.aok.de/.

Eine Schirmherrin für die kivi-Initiative "Mitten im Leben (MiL)" im Rhein-Sieg-Kreis



Ministerin Barbara Steffens © MGEPA NRW / Foto: Franklin Berger

MiL schätzt sich überaus glücklich ...

... denn niemand anderes als Frau Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, ist ab sofort Schirmherrin der MiL-Kampagne.

"Für die Entwicklung altengerechter Quartiere gibt es kein Patentrezept, denn die Quartiere werden so unterschiedlich sein, wie die Menschen, die dort leben. Unterstützungs- und Hilfsangebote, Wohnformen, Einkaufsmöglichkeiten oder auch Nahversorgungskonzepte müssen sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren. Genau hier setzt das Projekt "Mitten im Leben" an: Die Bewohnerinnen und Bewohner werden gefragt, was sie brauchen, um in ihrem Dorf, in ihrer Gemeinde oder in ihrer Stadt im Alter selbstbestimmt leben zu können. Die Menschen haben die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und gemeinsam mit der Kommune und anderen Akteurinnen und Akteuren ihr Quartier zu gestalten", so Ministerin Steffens.

Nicht irgendetwas, sondern das Richtige muss initiiert und realisiert werden. Die Einbindung und Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner der MiL-Kommunen ist unerlässlich, um die Nachhaltigkeit der entwickelten Maßnahmen zu gewährleisten. Jede Kommune legt ihren eigenen thematischen Schwerpunkt. Während einerorts über alternative Mobilitätsformen nachgedacht wird, sind anderorts innovative Nahversorgungskonzepte oder die Ermöglichung sozialer Teilhabe von größtem Interesse.

Um auf diese individuellen Wünsche angemessen reagieren zu können, bindet kivi e.V. in jeder Pilotkommune ein aus Ehrenamtlichen bestehendes MiL-Team in jegliche Prozesse der Projektarbeit ein. Jede Person, die Lust hat mitzuwirken, ist herzlich willkommen. Im Sinne der Vernetzungsarbeit verfügt kivi e.V. innerhalb der MiL-Kampagne ebenfalls über viele wichtige lokale und regionale Kooperationspartner und Unterstützer.

4. kivi-Fachtagung "Vital älter werden" 30.06.2016



Ehrengast und Hauptreferent Dr. Klaus Kinkel, Bundesaußenminister a.D.

"Aktivität statt Rückzug!"

Mehr als 65 TeilnehmerInnen fanden sich am 30.06.2016 zur 4. kivi-Fachtagung "Vital älter werden" in der Meys-Fabrik Hennef ein. Der Erörterung des aktuellen Sachstandes in den sechs Kommunen der kivi-Kampagne "Mitten im Leben (MiL)" durch Hermann Allroggen, Vorsitzender kivi e.V., folgte ein äußerst authentisches und humorvolles Impulsreferat des ehemaligen Bundesaußenministers Dr. Klaus Kinkel. Der Einfluss von Sport, Bildung und Kultur auf die Lebensqualität im Alter setzt bei allen Überlegungen eine wesentliche individuelle Einstellung voraus - "Aktivität statt Rückzug", so Dr. Kinkels Appell an die Eigeninitiative eines jeden älteren Menschens. Die vielfältigen seniorenspezifischen Freizeitangebote bestünden nahezu überall, es obliege jedoch jedem selbst diese aktiv wahrzunehmen. Als ambitionierter Läufer feiert Dr. Kinkel im Dezember diesen Jahres seinen 80. Geburtstag und betont die Wichtigkeit des Neugierig bleibens, um möglichst lange geistig und körperlich fit zu sein. Sei es bewusst eine interessante TV Sendung anzuschauen oder einen Zoobesuch mit einem informativen Rundgang zu machen, jede Person müsse sich gezielt für die Aktivität und gegen den sozialen Rückzug entscheiden. Das Internet bietet hierbei ebenfalls für Seniorinnen und Senioren etliche Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, der Kommunikation und sozialen Teilhabe sowie der Versorgung mit Dingen des täglichen Lebens. Treue Begleiter des Menschens sind hierbei stets Haustiere jeglicher Art, deren Bedeutung für die Lebensqualität von jüngeren, jedoch vor allem von älteren Menschen, enorm ist. "Nicht umsonst heißt es: Das letzte Kind trägt Fell", so Dr. Kinkel. Mit seinen vielen kleinen Anekdoten konnte Dr. Kinkel den TeilnehmerInnen des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

In einer Gesellschaft des langen Lebens müsse demnach eine neue Kultur des Alterns entwickelt und Abstand vom traditionellen Bild der Fürsorge und Hilfsbedürftigkeit genommen werden, welches nicht ansatzweise der Vielfalt des Alters gerecht wird. "Das Altern ist so bunt wie das Leben selbst", und bedarf eine sehr viel umfangreichere Betrachtung und Ausschöpfung vorhandener Potenziale.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten die weiteren Gäste Monika Bähr (Vorsitzende SKM Katholischer Verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis e.V.), Petra Wolter (Vorsitzende GemeindeSportbund Neunkirchen-Seelscheid e.V.), Rainer Land (Amtsleiter Kultur- und Sportamt des Rhein-Sieg-Kreises) und Klaus Michel (Vorsitzender VIK Stiftung "Gesundheit für alle") ihre Sichtweisen auf das Leben im Alter dar und wiesen auf die von ihren Institutionen angebotenen Hilfeleistungen hin. Abschließend ließen alle Teilnehmenden die Fachtagung bei netten Gesprächen und leckerem Essen ausklingen.

AWO Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg - Ein starker Partner von MiL!



Gemeinsam das selbe Ziel verfolgen und wirksam zusammen- arbeiten - nicht ohne Grund ist der AWO Kreisverband Bonn/Rhein -Sieg e.V. ein wichtiger wie auch sehr guter Projektpartner von kivi e.V. innerhalb der MiL-Kampagne. Am 22. März 2016 wurde dies mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zum Ausdruck gebracht.

v.l.n.r. Heinz-Willi Schäfer (Vorsitzender AWO Kreisverband Bonn/Rhein Sieg e.V.), Hermann Allroggen (Vorsitzender kivi e.V.), Wilfried Müller (stv. Vorsitzender kivi e.V.)

Übereinstimmend mit den Projektzielen von MiL hat die AWO in ihrem Selbstverständnis als Senioren-Wohlfahrtsverband die Intention, ältere Menschen dahingehend zu unterstützen, sodass diese ihr Leben bis ins hohe Alter hinein eigenständig gestalten können. Alternative Lebens- konzepte und innovative Ideen werden hierbei ebenso gerne gefördert und verwirklicht wie traditionelle Seniorenangebote.

"Menschen auf unterschiedlichen Wegen erreichen und aktivieren", so lautet der einstimmige Wunsch der beiden Projektpartner. Um lang- fristige und nachhaltige Strukturveränderungen in den MiL-Kommunen zu bewirken, bedarf es die Zusammenarbeit möglichst vieler starker Partner. Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden. Vielmehr sollen lokale Akteurinnen und Akteure miteinander vernetzt und ver- knüpft werden, um den Wirkungskreis zu vergrößern.

Die Kunst besteht darin auf die Veränderungen in den Bedarfen der Menschen zu reagieren. So berichtet Heinz-Willi Schäfer beispiels- weise von der sich in den letzten Jahren gesteigerten Nachfrage für Unterstützungsangebote im Umgang mit neuen Technologien wie Computer, Smartphone und Internet.

Eine Win-Win-Situation wie sie im Buche steht: während die AWO durch MiL die Chance auf neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die unterschiedlichen Aktivitäten vor Ort sowie auf neue Mitglieder für die Ortsvereine erhält, kann kivi e.V. auf die Expertise und Erfahrung der AWO zurückgreifen. "Die Räumlichkeiten der AWO vor Ort sind bereits gut besucht und ausgelastet, stehen für MiL-Aktionen jeglicher Art jedoch gerne zur Verfügung", so Heinz-Willi Schäfer.

Wie auch im Projekt "Mitten im Leben" stellt das ehrenamtlich Enga- gement der Menschen vor Ort auch für die AWO eine unverzichtbare Basis für ein erfolgreiches Wirken dar. Neben den hauptamtlichen AWO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind es die guten Seelen einer jeder Kommune, welche die vielseitigen Angebote überhaupt erst möglich machen und mit Leben füllen.

Die vielen Gemeinsamkeiten stellen beste Voraussetzungen für eine produktive Zusammenarbeit dar! Wir freuen uns darauf! Weitergehende Informationen finden Sie unter Extra-Blatt.

Das gesamte Spektrum der AWO-Aktivitäten und Angebote finden Sie unter www.awo-bonn-rhein-sieg.de/angebote.html

MiL-Kooperationsvereinbarungen - Gemeinsam schaffen wir das!



hinten v.l.n.r.: Hermann Allroggen (1. Vorsitzender), Wilfried Müller (stv. Vorsitzender), Heribert Schwamborn (stev. für Gemeinde Ruppichteroth); vorne v.l.n.r.: Bürgermeister Norbert Büscher (Gemeinde Much), Bürgermeister Klaus Pipke (Stadt Hennef); fehlend: Bürgermeisterin Sander, Bürgermeister Lehmann, Bürgermeister Dr. Storch; Foto: Steffan, Stadt Hennef

Am Donnerstag, den 17. März 2016 fanden sich die Bürgermeister/-in der beteiligten MiL-Kommunen im Rathaus Hennef ein, um die verein- barten Kooperationsverträge zum gemeinsam durchgeführten Projekt "Mitten im Leben" zu unterzeichnen. Die tatkräftige Unterstützung und das Engagement seitens der jeweiligen BürgermeisterInnen stellen die unverzichtbare Basis für die erfolgreiche Umsetzung des Projekt- vorhabens dar.

Gemeinsam formuliertes Ziel ist es, in den einzelnen ländlich gepräg- ten Ortschaften das bürgerschaftliche Engagement zu aktivieren bzw. weiter zu fördern, um in Zusammenarbeit aller beteiligten Menschen vor Ort Lösungswege zu erarbeiten, die es den älteren Menschen ermöglichen, so lange wie möglich im häuslichen Umfeld verbleiben zu können.

Prominente, oft diskutierte Themengebiete sind u.a. die einge- schränkte Mobilität aufgrund der z.T. mangelnden Erschließung durch das ÖPNV-Netz, fehlende Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen sowie spärliche Freizeitangebote vor Ort. In enger Zusammenarbeit mit den BürgerInnen der einzelnen Kommunen sollen die bereits bestehenden Angebote gesammelt und die individuellen Bedarfe ermittelt werden, um adäquate Handlungsempfehlungen formulieren zu können.

Frei nach dem Motto: Nicht irgendetwas, sondern das Richtige tun!

3. kivi-Fachtagung "Vital älter werden" 01.03.2016



v.l.n.r.: Almut van Niekerk (Vorsitzende Diakonisches Werk an Sieg & Rhein), Hermann Allroggen (Vorsitzender kivi e.V.), Ehrengast Prof. Dr. Ursula Lehr, Wilfried Müller (stv. Vorsitzender kivi e.V.), Bürgermeister Klaus Pipke, Heinz-Willi Schäfer (Kreisvorstand AWO Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg), Wolf Kiesewetter (ZWAR-Gruppe Hennef)

"Nicht nur dem Leben Jahre geben, sondern den Jahren Leben geben!"

Auf große Resonanz stieß der 3. kivi-Fachtag "Vital älter werden" in der Meys-Fabrik am vergangenen Dienstag. Mehr als 70 TeilnehmerInnen fanden sich zum Impulsreferat von Ehrengast Prof. Dr. Ursula Lehr, stellv. Vorsitzende der Bundesarbeits- gemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO), Bundes- ministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit a.D. ein. In ihrem äußerst informativen Vortrag warf sie die Frage auf, ob sich das Älterwerden, welches ja bereits bei der Geburt beginnt, allein auf die gelebten Jahre reduzieren lässt oder, ob es bei der Betrachtung in erster Linie nicht auf Quantität sondern auf Qualität ankommen sollte. In einer 'Gesellschaft des langen Lebens' müssten die Sichtweisen auf das Alter überdacht und damit einhergehend die Mannigfaltigkeit und Unvorhersehbarkeit dessen anerkannt werden. Darüber hinaus stellte sie zur Diskussion, was der ältere Mensch für die Gesellschaft und die Gesellschaft wiederum für den älteren Menschen tun könne. Sich selbst eine Aufgabe zu stellen, nähme nicht nur positiven Einfluss auf das Individuum selbst, sondern berge darüber hinaus viele Chancen für das Gemeinwesen, welches von einer agilen Generation jenseits der 65 nur profitieren könne. Zudem wies sie hinsichtlich der aktuellen Flüchtlingssituation auf die Potentiale der überwiegend jungen EinwanderInnen und damit zusammenhängend auf die Wichtigkeit einer effektiven Integrationspolitik hin. Mit zahlreichen wissenschaftlich fundierten Fakten sowie viel Humor und Charme konnte sie sämtliche Teilnehmenden für sich gewinnen.

Daran anknüpfend erörterte kivi-Vorsitzender Hermann Allroggen den Sachstand der Projekts "Mitten im Leben", welches sich der ganzheitlichen Gesundheitsförderung älterer Menschen im ländlichen Rhein-Sieg-Kreis widmet und in erster Linie auf die Aktivierung des Ehrenamts bzw. der Nachbarschaftshilfe abzielt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten die weiteren Beteiligten Almut van Niekerk (Vorsitzende Diakonisches Werk an Sieg & Rhein), Heinz-Willi Schäfer (Kreisvorstand AWO Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg) und Wolf Kiesewetter (ZWAR-Gruppe Hennef) ihre Sichtweisen auf das Alter dar und wiesen auf die von ihren Institutionen angebotenen Hilfeleistungen hin.

Der Tag fand schließlich seinen Ausklang in einer ungezwungenen Atmosphäre bei netten Gesprächen und leckeren Häppchen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

2. kivi-Fachtagung "Vital älter werden" 03.11.2015



Das deutsche Gesundheitswesen: Überbürokratisierung, Überökonomisierung, Überideologisierung.

Das waren die Schlagworte des Vortrags des Hauptreferenten Herrn Wilfried Jacobs, Geschäftsführer des gemeinnützigen Instituts für patientenorientierte Versorgungs-ablaufforschung (IPOV) GmbH, Vorstandsvorsitzender AOK Rheinland/Hamburg a.D. und stellvertretender Vorsitzender des Beirates Rudi Assauer Initiative auf der 2. kivi-Fachtagung Vital älter werden. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um eine Generalabrechnung mit dem deutschen Gesundheitswesen, sondern vielmehr um ein Plädoyer für eben solches. "Das deutsche Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt, offenbart aber an manchen Stellen erhebliche Schwächen", so Jacobs. Die Schwachstellen verortet Jacobs in erster Linie in der fortschreitenden Bürokratisierung als auch in der Übertragung wirtschaftlicher Handlungslogiken auf den Medizin- und Pflegesektor. Dabei verurteilt er keineswegs, dass Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte nach einem wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Kalkül handeln, weist aber vehement darauf hin, dass dieses nie über dem Wohl des Patienten einzuordnen sei. Hinsichtlich der medizinischen Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum sieht er die Zukunft in ganzheitlich ausgerichteten Versorgungszentren. Dies könnten beispielsweise Krankenhäuser sein, die eng mit ambulanten Pflegediensten und Therapeuten kooperieren, wodurch die oft bestehende Versorgungslücke nach einer Krankehausentlassung geschlossen werden könne.

In diesem Zusammenhang betont Jacobs nicht nur die Schnittstellenproblematik zwischen den Institutionen Krankenhaus, Hausarzt und Pflegedienst, sondern weist auch auf die Unregelmäßigkeiten innerhalb der Einrichtungen hin.Es könne nicht sein, dass ein Patient während eines Krankenhausaufenthaltes von vier verschiedenen Ärzten und im häuslichen Umfeld von ständig wechselnden Pflegepersonen betreut werde. Vor allem für an Demenz erkrankte Personen seien Bezugspersonen von entscheidender Bedeutung. Zur Aufrechterhaltung der Lebensqualität Älterer im häuslichen Umfeld sei zudem über die medizinische und pflegerische Versorgung hinaus die Alltagsgestaltung elementar. Hier attestiert Jacobs dem ehrenamtlichen Engagement in Form der Nachbarschaftshilfe das größte Potential, welches auch zukünftig gefördert werden müsse.

Ein wenig Zukunftsmusik schaffte er durch die Betonung des technischen Fortschrittes in unserer Informationsgesellschaft, der es heute schon erlaubt über lange Distanzen hinweg, nachvollziehen zu können, ob bespielsweise der Kühlschrank der eigenen Mutter gefüllt sei. Den sozialen Kontakt, den jeder Mensch zum Glücklichsein benötige, könne natürlich durch diese Errungenschaft nicht erfüllt werden, jedoch in manchen Situationen zur Erleichterung des Alltags beitragen.

Vertreten durch die Gäste der anschließenden Podiumsdiskussion Dr. Rolf Joeres, ärztlicher Direktor St. Josef Hospital-Troisdorf, und Dr. Rainer Meilicke, Leiter des Gesundheitsamts Rhein-Sieg-Kreis, kamen die fachspezifischen Blickwinkel der Institutionen Gesundheitsamt, Krankenhaus und Krankenversicherung zum Thema Gesundheit und Alter gut zur Geltung. Gemeinsam mit dem Plenum wurde zudem über weitere Zukunftsformen des Älterwerdens sowie über die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit kranken und alten Menschen diskutiert.

Zum Abschluss stellte der kivi e.V. Vorsitzende Hermann Allroggen den Sachstand 2015 angelaufenen Initiative "Mitten im Leben" dar, die sich explizit an die ältere Bevölkerung im ländlichen Bereich des Rhein-Sieg-Kreises richtet. Bestehend aus vielen ehrenamtlich engagierten Menschen konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits in Windeck, Eitorf und Ruppichteroth erfolgreich ein MiL-Team gebildet werden. Und auch die anderen MiL-Kommunen Hennef, Neunkirchen-Seelscheid und Much haben sich bereits mit MiL auf den Weg gemacht.

1. kivi-Fachtagung "Vital älter werden" 25.06.2015



v.l.n.r. Helmut Thillmann, Wolfgang Müller, Landrat Sebastian Schuster, Franz Müntefering, Hermann Allroggen, Wilfried Müller, Fabienne Deck

Im Audimax der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg in Sankt Augustin brachte Hauptreferent und Ehrengast Franz Müntefering seiner Zuhörerschaft auf beeindruckende Weise das wichtige Thema der demografischen Entwicklung sowie die daraus resultierenden Chancen und Risiken nahe. Wie keinem anderen gelang es ihm die bedeutsamen Aspekte des Älterwerdens als auch die Zusammenhänge der praktizierten Sozialpolitik Deutschlands und dem zivilrechtlichen Engagement zu vermitteln. Der Problematik einer alternden Bevölkerung bei gleichzeitig abnehmender Geburtenquote sowie enormer Pflegekosten, für die zukünftig ein rasanter Anstieg prognostiziert wird, muss entgegengetreten werden. Schon heute muss über alternative Lösungen für morgen nachgedacht werden. Durch die Entwicklung sozialraumspezifischer, passgenauer Maßnahmen muss älteren Menschen ein möglichst, selbstständiger Verbleib in ihrem gewohnten, häuslichen Umfeld ermöglicht werden. Dabei müssen vielerei Aspekte berücksichtigt werden: Infrastruktur, Mobilität, medizinische Versorgung, Nahversorgung, soziale Teilhabe und Aktivität.

Anschließend stellte Hermann Allroggen, Vorsitzender von kivi e.V., die Kampagne "Mitten im Leben" vor, welche sich mittels eines partizipativen Ansatzes den Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft im ländlichen Raum des Rhein-Sieg-Kreises stellt. Hilfe zur Selbsthilfe sowie die Förderung und Aktivierung des ehrenamtlichen Engagements nehmen hierbei eine zentrale Rolle ein. Die Erhaltung der individuellen Autonomie bedingt in großem Maße die Lebensqualität eines jeden Menschen.

Die vielfältigen Möglichkeiten der praktischen Unterstützung und Vitalisierung Älterer durch ehrenamtliche Personen und unterschiedlichste Aktivitätsangebote wurden innerhalb der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Gästen Jutta Spoddig vom Sozialpsychiatrischen Zentrum in Troisdorf, Dr. Erika Neubauer von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. und Franz Müntefering thematisiert.

v.r.n.l. Hermann Allroggen, Jutta Spoddig, Dr. Erika Neubauer, Franz Müntefering, Fabienne Deck
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